Habt ihr euch schon einmal einen Liebesbrief selbst geschrieben? Nicht? Dann kann ich euch nur dazu ermutigen, es zu einmal versuchen. Nehmt euch dafür etwas Zeit, richtet euch ein schönes Ambiente her, macht euch eure Lieblingsmusik an, nehmt dafür ein schönes Briefpapier und dann fangt an.

Das geht nicht? Warum nicht?

Zum Video: Ein Liebesbrief an mich

Gestern fand ich dieses Video im Internet und ich erinnerte mich gleich daran, wie ich Anfang des Jahres auf einer Coachingwoche die „Hausaufgabe“ bekam, einen liebevollen Brief an mein inneres Kind zu schreiben. Irgendwann, ein paar Monate später, würde der Veranstalter jeden einzelnen Brief an uns versenden.

Was? Wie jetzt? Was soll ich der kleinen Katrin schreiben? Ich sträubte mich anfänglich dagegen, doch irgendwie reizte es mich auch. Warum auch nicht? Wer schreibt sich schon selbst und vor allen werden handgeschriebene Briefe im Zeitalter der Technik immer seltener in einem Briefkasten anzutreffen sein.

Ich nahm mir die Zeit, setze mich auf dem Balkon, zündete eine Kerze an und lauschte den Wellen der Ostsee. Zuerst dachte ich, dass ich nicht einmal ein Blatt Papier voll bekäme und letztendlich wurden daraus fünf handgeschriebene Seiten. Ich war mit meinem Brief fertig und wollte ihn gerade in den edlen Briefumschlag stecken, da sah ich vor meinen Füßen eine kleine weiße flauschige Feder liegen. Kurzerhand schrieb ich unter meinem Brief noch folgendes: „Möge dich diese Feder immer daran erinnern, das du dein Leben in Leichtigkeit genießen darfst ❤️“

Ich verschloß den Brief und warf ihn am nächsten Tag in die Kiste, in der alle Briefe gesammelt wurden. Wenige Monate später kam er bei mir zu Hause an und ehrlich gesagt, wusste ich schon gar nicht mehr, was ich alles an mich geschrieben hatte. An diesem Tag lagen zwei handgeschriebene Briefe im Postkasten und beide waren besonders wertvoll.

Der eine Brief war von mir an mich und der zweite Brief war ein langersehnter Brief von meinem leiblichen Vater, den ich nun endlich kennenlernen wollte. Als Adoptierte hatte ich große Angst davor, seinen Brief zu öffnen.

Da lagen nun beide Briefe vor mir und ich war für einen Moment nicht in der Lage, überhaupt einen davon zu öffnen. Irgendwann beschloss ich zuerst meinen eigenen Brief an mich zu lesen und ich war verblüfft, was ich so alles an meine kleine Katrin geschrieben hatte. Das war ein sehr schöner Moment.

Nun war ich gewappnet, um den Brief meines Vaters zu öffnen und zwar als sein Kind und nicht als die Erwachsene. Als erstes sah ich ein Bild von ihm und seine Briefunterschrift „dein Vater“. Damit wusste ich, bevor ich seinen Brief überhaupt las, dass die Hürde des kennenlernen geschafft ist.

Ich kann nur jeden empfehlen, das Experiment auszuprobieren und sich selbst einmal einen Brief zu schreiben. Versucht es einfach, auch wenn ihr euch am Anfang möglicherweise dagegen sträubt. Ihr habt nichts zu verlieren, im Gegenteil. Mit solchen Briefen öffnet ihr euer Herz für das Kind in euch, was sich danach sehnt, von euch gesehen und geliebt zu werden.

Wenn ihr es ausprobiert, empfehle ich euch, euren Brief an eine Person des Vertrauens zu geben und sie darum zu bitten, ihn aufzubewahren und ihn in ein paar Wochen oder Monate in die Post zu geben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr von euren Erfahrungen „Liebesbrief an mich“ berichtet.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Zeit,

eure Katrin

 

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