Seit langen höre ich meine innere Stimme sanft zu mir reden. Ich konnte sie lange nicht verstehen, weil ich mir für sie nicht die benötigte Zeit nahm und ihr nicht den benötigten Raum gab. Ständig wurde ich von anderen Dingen abelenkt, war permanent mit Dingen von Dritten beschäftigt und abends fiel ich nur noch hundemüde ins Bett. Ich wollte sie ja hören und doch schlief ich immer vorher ein, bevor ich meine innere Stimme wahrnehmen konnte. An jedem neuen Morgen nahm ich mir ganz fest vor, dass ich mir an diesem Abend Zeit nehmen werde, um ihr zuzuhören. Doch vergeblich. So vergingen Tage, Wochen, Monate und Jahre. Kennt ihr das auch?

Am 28. Juli 2016 stand ich mit dem Auto an einer Kreuzung und sah auf ein riesengroßes Werbeplakat von #restart, was mich sofort ganz tief im Inneren berührte.

Auf dem Plakat stand die Frage:  „Was würdest du tun, wenn du noch einmal von vorne anfangen könntest?“ 

Mein erster spontaner Impuls war: „Endlich auf mein Herz hören.“

Die tiefgründige Frage war gar nicht so einfach und sie ließ mich nicht mehr los. Ich sprach viele Menschen genau auf diese Frage an und die wenigsten konnten spontan darauf antworten. Die Frage regte aber auch sie zum Nachdenken an. Heute habe ich genauso ein Plakat im Büro hängen. Es ist interessant, wenn man immer wieder einmal über diese Frage nachdenkt.

Wo wäre der Anfang? Hat nicht jeder Mensch einen anderen Anfangszeitpunkt? Wonach richtet es sich? Welche Antwort würdet ihr auf die Frage des Plakates geben?

Ich werde meinen „Anfang“ auf jeden neuen Tag festlegen, den ich geschenkt bekomme. Warum? Ich brauche nicht darüber nachdenken, was wäre, wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte? Das geht nicht. Doch was hindert mich daran aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen und manches, was vielleicht nicht so „gut“ verlief, für den neuen Tag zu korrigieren?

Meine innere Stimme wurde nun so laut, dass ich sie nicht mehr überhören konnte. Sie hatte sich andere Wege gesucht, damit ich mich ihr nun endlich widme. Ich erfuhr, dass ich eine nicht heil- und therapiefähige Erkrankung habe. Seit 1996 bin ich schon herzkrank und keiner wusste den Grund dafür. Ich änderte nichts und machte so weiter, wie ich es gelernt hatte. Zu funktionieren hatte ich gelernt. Als ich nun die Hiobsbotschaft von meiner Diagnose  – ich nenne sie Trulla – bekam, war ich am Anfang sehr traurig und es überkam mich eine große Angst. Mittlerweile bin ich sehr dankbar um das Wissen.

Alles was vorher selbstverständlich war, betrachte ich heute mit einem dankbaren Herz.

Es gibt einen schönen Spruch, den ich 2003 in einer Arztpraxis las. „Der Mensch hört mir nie zu“ sagt die Seele zum Körper. Das sagt der Körper: „Warte, ich werde krank und dann hat der Mensch Zeit, um dich anzuhören.“ Jetzt höre ich meinem Herzen zu.

Deshalb schreibe ich diesen Blog und erfülle mir damit einen meiner Herzenswünsche. Kein Buch. Im Moment jedenfalls nicht. Vielleicht später. Wer weiß.

Themen des Blogs werden u. a. sein:♥ Zeit für mich♥ Entspannen mit Kunst♥ Mein Weg zum Wohlbefinden♥ Harmonie aus der Natur

Namasté,

Katrin